Natürlich ist es ein ermüdendes Vorurteil, dass Männer Autos lieben. Es gibt mehr als genug Vertreter der Spezies, die in einem Auto vor allem seinen Zweck sehen: nämlich von A nach B zu kommen. Und denen ein überkandideltes Gefährt recht unangenehm wäre. Wer mag schon mit einem weißen Mini mit überflüssiger, zweiter Tempoanzeige im innenstädtischen Stau hängen.

Aber dann gibt es Autos, die selbst im aufgeklärten Mann eine seltsame Sehnsucht wecken. Autos wie den feuerroten SLS AMG mit Flügeltüren.

Das Auto ist natürlich – und selbst für den Laien zu erkennen: ein Mercedes. Allerdings einer, der von der mittlerweile werkseigenen Tuningschmiede AMG auf Maximaltauglichkeit gebohrt wurde. Dabei herausgekommen ist ein Auto, das die Betonfüße unter den Autofahrern ebenso anspricht wie die Romantiker, verströmt das Auto doch Gran-Tourismo-Flair und den Geist des legendären 300 SL von Mercedes. Die Älteren erinnern sich: Das war der berühmte Flügeltürer, der einst der Ruf der Stuttgarter als Manufaktur besonderer Autos festigte.

So weit, so nachvollziehbar ist dieser Traum von Auto. Stellt sich also nur noch die Frage, warum so einen Wagen kaufen und nicht bloß ab und an einmal leihen – auf dem Weg zur Arbeit ist man zumindest in der Stadt mit Rad und Bahn ohne Frage schneller. Andererseits: Es ist ja als Männerspielzeug deklariert. Und das muss man in diesem Fall sehr wörtlich nehmen.