Es gibt ein sehr schönes Zitat eines amerikanischen Regisseurs über, na ja, Körper und Geist. „We need to make books cool again. If you go home with somebody and they don’t have books, don’t f*** them.“
Blöd nur, dass man sehr viel Mühe zunichte macht, wenn man diesem Prinzip tatsächlich folgt. Natürlich könnte man der Ökonomie halber vorher um ein Bild des Bücherregals bitten und könnte beim Date beharrlich über Literatur sprechen, nach bevorzugten Schreibern, Werken, Textstellen fragen und sich gegebenenfalls verabschieden und eben ein Buch lesen. Aber wer macht das schon, in jungen Jahren zudem?
Ich selbst fand mich vor einigen Jahren in einer Liaison wieder, in der die betreffende Dame nicht einmal ein ernstzunehmendes Bücherregal hatte. Neben den Ordnern „Bank“, „Wohnung“ und „Sonstiges“ standen ein paar offenbar an Geburtstagen in den Haushalt gestolperten Bestsellern, vier Lifestyle-Reiseführer für südeuropäische Städte und tatsächlich genau ein hörbares Album (jenseits von Fetenhits 2000): Ava Adore von den Smashing Pumpkins. Das prompt jedes Mal – wirklich jedes Mal – aufgelegt wurde, wenn ich in den wenigen Wochen der Liaison, zu Gast war. Dazu wurden Teelichter entzündet. Natürlich hätte ich, nach John Waters, von vornherein schlauer sein und wissen können, dass dieses Techtelmechtel nirgendwo hinführen würde – außer ins Bett. Aber erklären sie einer netten, hübschen Dame mal, wo das Problem liegt. Im Übrigen beendete ich das Verhältnis nicht, um Bücher wieder cool zu machen. Sondern weil man ja ganz grundsätzlich nicht neben jemandem aufwachen will, mit dem man über nichts sprechen kann, was einem wichtig ist.








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