Wer schon einmal in den kühleren Jahreszeiten auf den britischen Inseln war und es gar jenseits der Londoner Innenstadt geschafft hat, weiß, dass Britinnen kein warmes Wetter (oder entsprechende Physik) brauchen, um arg kurze Röckchen zu tragen. Auch die Umgangsformen in britischen Pubs sind entsprechend schnörkellos – so kurz die Röcke, so kurz sind auch die Dialoge ehe es zur Sache geht. Und zur Sache heißt im Königreich entweder „auf die Schnauze“ oder „unter den Rock“.

Nun wissen die Briten ebenso wie die ausländischen Gäste, woran das liegt: am Alkohol. Der Brite an sich geht gerne früh trinken und führt sich entsprechend früh auch betrunken auf. Die Sperrstunde ist tatsächlich, muss man sagen, eine Maßnahme des Schutzes des Briten vor sich selbst. So weit, so bekannt.

Nur stimmt die Kausalität gar nicht, wie die englischen Anthroposophin Kate Fox herausgefunden hat.

Fox sagt, und das klingt sehr einleuchtend, dass es nicht am Alkohol liegt, wie sich die Briten verhalten – sondern daran dass die Briten überzeugt sind, dass man sich betrunken eben so unangenehm verhält. Eine selbsterfüllende Prophezeiung also.

Fox schreibt, dass diese kulturellen Überzeugungen vor allem die britische, skandinavische und nordamerikanische Trinkkultur beträfen – im Mittelmeerraum, aber auch in Deutschland sind die Gepflogenheiten offenbar ganz anders.

Das ist ebenso simpel wie überzeugend. Denn der Alkohol ist in sehr vielen Fällen eben auch eine willkommene Entscheidung: „Das war ich nicht – Schuld ist nur der Rausch.“ Nun, das muss man tatsächlich glauben wollen. Oder auch nicht.